Gymnasium Neue Nikolaschule Leipzig

Absolventen

Liebe Schule, liebe Lehrer, liebe Schüler,

wir senden hiermit liebe Grüße aus dem nicht allzu fernen, aber sehr kühlen und windigen Island. Wie so viele andere hat es uns nach dem Abi auch erst mal ins Ausland gezogen. Weg von der Schule, weg vom Lernen und raus aus dem Alltag. Unser Traum war es schon immer Island zu bereisen. Also begann unser kleines Abenteuer. Wir kamen im Januar hier her und hatten uns schnell an Wind und Kälte gewöhnt.

Marius wohnt bei einer isländischen Familie in Selfoss, die ihn herzlich bei sich zu Hause aufgenommen hat. Er arbeitet in einem hübschen kleinen Restaurant in der Nähe. Dort gibt es Burger und Pizza und die besten Torten, ich würde sagen, in ganz Island. In einem tollen Team, das vorrangig aus Kroaten besteht, fühlt er sich sehr wohl mit seiner Arbeit als Koch.

Ich wohne nicht weit entfernt in Hveragerdi auf einer Pferdefarm. Ich arbeite hier als Guide für Reittouren mit den berühmten Islandpferden. Ich gehe auf Touren von 1-3 Stunden, Tagestouren und jetzt kommen auch noch Longtouren hinzu, wo wir 4 bis 7 Tage mit Gästen und Pferden unterwegs sind. Es macht unglaublich viel Spaß. Man muss sich jeden Tag neuen Herausforderungen und Situationen stellen. Das Team im Stall ist fast wie eine Familie für mich geworden. Ich wohne in einem kleinen Cottage mit 4 Mädels zusammen, die aus verschiedenen Ländern kommen und alle ungefähr in meinem Alter sind.  

Wir sind beide sehr glücklich hier mit dem was wir tun. Für mich ist es ein wahrer Traumjob den ganzen Tag im Sattel zu sitzen und mit Leuten die schöne Landschaft zu erkunden.

In unserer Freizeit gehen wir zum Beispiel oft ins Schwimmbad. In Island gibt es keine Hallenbäder, sondern nur kleinere Becken mit 37-40°C im Freien, in denen man sitzen und entspannen kann. Auch im Regen und bei Schnee.

Es gibt so vieles zu entdecken. Die ganzen Naturwunder, die Island zu bieten hat. Darunter heiße Quellen, Vulkane und Wasserfälle. Alles was wir in den letzten Monaten nicht geschafft haben uns anzuschauen, planen wir für den Schluss. Dann wollen wir mit einem Auto eine Runde um die Insel fahren und auch den Osten, Norden und Westen von Island erkunden. Nach 5 ½ Monaten Arbeit haben wir uns das aber auch wirklich verdient.

Wir können sagen, dass so ein Auslandsjahr eine echt tolle Erfahrung ist. Egal welches Land man sich aussucht. Man lernt neue Leute kennen, eine andere Kultur, eine neue Sprache (bzw. verbessert seine Englischkenntnisse) und auch sehr eigenständig zu leben. Man hat einen Einblick auf das Leben ohne Mama und Papa, in einer ganz neuen Umgebung, in der man sich erst einmal zurechtfinden muss.

Also eine Empfehlung für alle, die noch nicht 100 %ig wissen, wie es nach der Schule weitergehen soll.

Herzliche Grüße

Lina Heisgen und Marius Leinemann