Gymnasium Neue Nikolaschule Leipzig

Filmschule Leipzig e.V.

Filmschule Leipzig e.V.

(In Kooperation mit der Filmschule Leipzig e.V. wird jedes Jahr eine Jugendjury für das DOK Leipzig Festival zusammen gestellt.)

 

Spannende Tage in der Jugendjury des DOK-Festivals Leipzig

Dokumentarfilme – ein Stichwort aus der Welt der bewegten Bilder, bei dem viele die Nase rümpfen. Im Geschichtsunterricht müssen sie geduldet werden und beim Fernsehen lösen sie impulsartig den Griff zur Fernbedienung aus! Aber das ist ein Vorurteil! Es gibt auch ganz andere Dokfilme. Denn die Zeiten vieler vordergründig polemischer Filme über die Welt in Zeiten des Kalten Krieges oder langweiliger Naturbeobachtungen sind vorbei.

Neue, interessante Ideen von jungen, internationalen Filmemachern prägten auch dieses Jahr wieder das Bild des nunmehr 60. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm – kurz DOK Leipzig. Jedenfalls war das unser Eindruck, denn als Jugendjury der Filmschule Leipzig konnten wir uns hautnah davon überzeugen. Jedes Jahr seit 2009 hat unsere Schule die Möglichkeit, diese aus interessierten Schülerinnen und Schülern zusammenzustellen. Ihre Aufgabe: eine Woche lang Dokumentar- und Animationsfilme schauen, sie zu bewerten und am Ende den Gewinner des sogenannten „Young Eyes Film Award“ küren. Begleitet wird die Arbeit von der Filmschule Leipzig e.V.. Wir konnten durch die Arbeit in der Jury unseren Blick für Besonderheiten der Produktion von Dokumentarfilmen, Stoffentwicklung, Kameraführung und Montage schärfen. Auch Teamfähigkeit war gefordert, ein nicht so einfacher Prozess, denn letztlich waren sieben verschiedene Meinungen unter einen Hut zu bringen.

Die Themen der diesjährigen Filmauswahl reichten von Transgender („Genderblend“) bis Politik (“The other side of the wall”) die Herkunftsländer von Polen bis Mexiko und die Schauplätze rund um den Erdball. Klar, dass es da nicht einfach war, einen Sieger zu finden. Während unserer Besprechungen nach den einzelnen Filmen wurde heiß diskutiert, und jeder versuchte, die anderen von seinem Lieblingsfilm zu überzeugen. Am Ende der Woche hatten wir uns nach vielen emotionalen Diskussionsrunden auf einen Sieger geeinigt. „F32.2“ ist der etwas rätselhaft anmutende Titel, unseres Gewinnerfilms, der sich mit den Themen „Depression“ und „Freundschaft“ befasst („F32.2“ ist hierbei das medizinische Kürzel für Depressionen). Er kombiniert geschickt und nachvollziehbar die wissenschaftlichen und emotionalen Aspekte der Krankheit. Sachlichen Interviews mit Fachärzten und Wissenschaftlern folgten Auszüge aus dem sehr intimen Briefdialog zwischen zwei Freundinnen; die Mischung löste bei uns enorm starke Emotionen aus. Zur Preisverleihung im Westbad durften wir als Jury den Film vor Filmemachern aus vielen Ländern vorstellen, unsere Entscheidung begründen und den von uns selbst gestalteten Preis, sowie 1000 Euro (gesponsert von der Stadtbau AG) an die Regisseurin und ihre beste Freundin, zugleich die Hauptdarstellerin, überreichen. Die Arbeit als Jugendjury war ein komplett neues Erlebnis für uns alle. Wir sind innerhalb von einer Woche als Gruppe zusammen gewachsen und konnten wunderbare und vielfältige Filme sehen. Für alle, die sich gerne überraschen lassen, Filme lieben, offen für Neues sind und die Arbeit in einem Team mögen: Bewerbt euch doch einmal für die Jugendjury, ihr werdet es sicher nicht bereuen! Bewerben könnt ihr euch direkt bei der Filmschule Leipzig e.V. (Mail: filmschuleleipzig@live.de; Tel.: 0341 2119158) oder in der Schule im Sekretariat.

Anne-Sophie Scholz, 10/1

 

Den Film „F32.2“ könnt ihr euch am 19.06.2018 um 12 Uhr im Regina Kino anschauen, die Anmeldeliste dazu findet ihr im Sekretariat.

 

 

Die Jugendjury der Filmschule Leipzig e.V. zum DOK-Festival Leipzig (v.l.n.r.): Anastasia, Max, Thalea (Freie Schule Leipzig), Lisa (Humboldtgymnasium), Caro, Lara und Anne