Gymnasium Neue Nikolaschule Leipzig

Deutsch

        

Liebe Schüler, freut Euch im Schuljahr 2017/2018 auf folgende Höhepunkte im Fach Deutsch

 

„Die Sprache ist ein unvollkommenes Werkzeug. Die Probleme des Lebens sprengen alle Formulierungen.“
Antoine de Saint-Exupéry

Und gerade aus diesem Grund heißt es, das Werkzeug wenigstens in seiner Unvollkommenheit verstehen zu lernen und gebrauchen zu können.

Acht Jahre Deutschunterricht – was heißt das?

 - natürlich Lesequalität entwickeln
 - natürlich fehlerfrei und ausdrucksvoll schreiben lernen
 - ja, natürlich Verse ausdruckvoll zum Vortrag bringen
 

aber auch:

 - Theaterveranstaltungen
 - Buchmesse
 - Stadtbibliothek
 - „Faust“-Begegnungen in Klasse 5 (Fächer verbindender Unterricht) und 10, z. B. in Auerbachs Keller

Was wird im Laufe der Jahre gelesen?

Kinder– und Jugendbücher, die die Lehrer heraussuchen, Bücher, in denen versucht wird, das eine oder andere Problem zu verarbeiten, damit wir darüber sprechen können

Beispiele:

„Rico, Oskar und die Tieferschatten“ Andreas Steinhöfel, „Radio Gaga“ Katrin Bongard, „Der Junge im gestreiften Pyjama“ John Boyne, „Alleine in der Wildnis“ Gary Paulsen, „Das Parfum“ Patrick Süskind

Verschont wird keiner von den Klassikern!

Beispiele:

„Nathan der Weise“ G. E. Lessing, „Faust“ J. W. Goethe

 

Richtung Abitur gibt es eine Lektüreliste; die für das Abitur 2018 lautet:

Für den Leistungskurs:

C. Hein: Landnahme, F. Schiller: Maria Stuart, W. Shakespeare: Hamlet, J. Zeh: Corpus Delicti,
F. Kafka: In der Strafkolonie, Der Medea-Stoff: Euripides: Medea, C. Wolf: Medea. Stimmen

Für den Grundkurs:

C. Hein: In seiner frühen Kindheit ein Garten, Fouque: Undine, J. Zeh: Corpus Delicti,
Euripides: Medea, F. Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame  

 


 Bewertung im Fach Deutsch-Schuljahr 2017/18- Zusammenfassung

Sekundarstufe 1 :

3 Klassenarbeiten pro Schuljahr

Wertung: Klassenarbeiten:Sonstige Noten 60:40

Richtlinie mindestens 5 sonstige Noten

 Klasse 5-8

Klassenarbeiten =2 Arbeiten und eine komplexe Leistung:

Klasse 5: Lesetagebuch

Klasse 6: dem Lehrplan entsprechend (kann Buchvorstellung sein)

Klasse 7: mündliche Vorträge

Klasse 8: kreativer Beitrag zu einem Jugendbuch

 Klasse 9  Aufsätze mit Bewertung der Rechtschreibung
 Klasse 10  Aufsätze "Ganzheitlich" (wie in Sekundarstufe 2) bewerten; Eine der 3 Klassenarbeiten stellt die "Besonder Leistungsfeststellung" dar - Bewertung dieser Arbeit doppelt.
 Klasse 5-7  mindestens ein Aufsatz im Schuljahr
 Klasse 8-10  zwei Aufsätze im Schuljahr (Interpretation und Erörtern)

 

 Berechnung von Aufsätzen

 Klasse 5-7  Durchschnitt von Inhalt + Ausdruck + Rechschreibung/Grammatik = eine Note
 Klasse 8-9 3*Inhalt + Ausdruck +  Rechschreibung/Grammatik :5 = eine Note

Sekundarstufe 2

 

 Grundkurs

 11/1 - 12/1

mindestens eine Klausur im Kurshalbjahr

mindestens zwei sonstige Noten, Wertung 50:50

 Leistungskurs

 11/1 - 12/1 - zwei Klausuren im Halbjahr

mindestens zwei sonstige Noten, Wertung 60:40

 Grundkurs und Leistungskurs  12/2 - Vorabitur; mindestens zwei sonstige Noten, Wertung  50:50

Klausurdauer zwischen 130 - 180 Minuten

 

Bewertungsrichtlinien Orthographie

1. Aufsätze/Klausuren

Grundlage sind jeweils je 100 Wörter

  5.Klasse 6.Klasse 7.Klasse 8.Klasse 9.Klasse 10.klasse
1 bis 1,0 bis 1,0 bis 1,0 bis 1,0 bis 1,0 bis 1,0
2 bis 3,5 bis 3,3 bis 2,9 bis 2,5 bis 2,0 bis 2,0
3 bis 6,0 bis 5,9 bis 4,8 bis 4,0 bis 3,0 bis 3,0
4 bis 8,5 bis 7,9 bis 6,7 bis 5,5 bis 4,5 bis 4,0
5 bis 11,0 bis 10,2 bis 8,4 bis 7,0 bis 6,0 bis 5,0
6 bis 11.1 bis 10,3 bis 8,5 bis 7,1 bis 6,1 bis 5,1

 

2. Diktate

Bezug zur Wortanzahl: Klasse 5 bis 120 Wörter, Klasse 6 bis 140 Wörter, Klasse 7 bis 160 Wörter, Klasse 8 bis 180 Wörter, ab Klasse 9 bis 200 Wörter

Note: 1 0 - 0,5
Note: 2 1 - 2,5
Note: 3 3 - 5,0
Note: 4 5,5 - 7.5
Note: 5 8,0 - 10,0
Note: 6 ab 10,5

 

Stolperstein

„Hevenu shalom alechem“- „Wir bringen euch Frieden“
Auch in diesem Jahr erklangen die Stimmen des Chores als Kanon- allerdings mit verändertem
Repertoire. Wir, einige Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Neue Nikolaischule und die
Lehrerinnen Frau Dalitz und Frau Jueterbock haben neben „Hine ma Tor“ in hebräischer Sprache,
auch „Von guten Mächten“ und „Soon I will be done“gesungen.
Am 09. November 1938 ereignete sich die Reichspogromnacht in Nazi-Deutschland; eine
verheerende Offensive gegen jüdische Mitmenschen.
Das Projekt „Stolperstein“ erinnert auch in Leipzig an individuelle Lebensschicksale von
Menschen, die den Verbrechen des Nationalsozialismus zum Opfer fielen.
Die in der Naunhofer Straße 33 verlegten Stolpersteine für Max und Edith Bergmann sind seit 2008
dank Herrn Dr. K.Arndt Teil dieses Projektes, welches als weltweit größtes, dezentrales Mahnmal
von Menschen, vordergründig Juden, unter dem Hitlerregime, gilt.
Der Kaufmann Max Bergmann besaß ein Kaufhaus in Stötteritz und stellte damals einen wichtigen,
nicht zu vergessenden Teil der damaligen Gesellschaft dar. Aber er war, wie so viele, ein Dorn im
Auge der Nazis. Er war Jude.
1942, fast vier Jahre nach der Reichspogromnacht wurden Max und seine Frau Edith in das Ghetto
Belice deportiert und ermordet.
Fast 80 Jahre nach dem 09.11.1938 haben wir, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer,
Eltern und Stötteritzer Bürger und Bürgerinnen an diese unschuldigen Menschen gedacht und
erinnert.
Unglaublich, unverständlich, was in den Nationalsozialisten vorging. Aber leider nicht unwirklich.
Genauso unverständlich die derzeitige Stimmung in unserem Land. Aber leider nicht unwirklich.
Rechte Bewegungen erstarken und verbreiten nationalsozialistisch-rassistisches Gedankengut. Wir
stellen uns dagegen. Wir bekunden unseren Unmut, unsere Trauer.
Wir wollen auch anzweifeln, dass Zeitzeugen damals nichts wissen konnten, lebten Max und Edith
Bergmann mitten unter ihnen.
Wir wollen aufrufen, heute nicht wegzuschauen: Stark zu sein gegen Antisemitismus, gegen
Rassismus, gegen Nationalismus.
Wir sind über die Schicksale von Max und Edith Bergmann gestolpert- mit Kopf und Herz!
„Hevenu shalom alechem“- „Wir bringen euch Frieden“.
M.Engel/ G.Kind


 

 Die folgende Geschichte entstand zu Hause. Vielleicht weckt sie bei einigen Lesern die Lust am Schreiben.

Marlene Böhm (6/1): Das Geheimnis von Stötteritz
„Mama!“, rief ich durch unser Haus. „Bruno hat schon wieder auf den Teppich gemacht!“ Mama kam die Treppe heraufgestürmt und gab Bruno, unserem jungen Dalmatiner, einen Klaps auf den Po. Wir hatten ihn vor kurzem aus dem Tierheim zu uns geholt. Bruno kommt eigentlich aus Griechenland. Genau genommen aus Kreta. Tierschützer haben ihn dort gerettet und nach Deutschland gebracht. Er hatte Zecken und Würmer. Jetzt lebt er gesund bei uns. In diesem Moment sagte Mama: „Lea, geh doch bitte eine Runde spazieren. Ich muss mich um den Teppich kümmern.“ „ Ok, Mami.“ Wir gingen raus über den Südfriedhof zum Völkerschlachtdenkmal. Dann liefen wir über die Straße zum ATV, einem Sportplatz mit Tennisplätzen, Fußballfeldern und noch anderen Möglichkeiten, zum Sport machen. Wir gingen rechts vorbei in den Park. An einem Schild mit Informationen über die Etzoldsche Sandgrube blieben wir stehen. Früher, vor 48 Jahren, wurde die Paulinerkirche gesprengt. Der Park ist heute ein Gedenkort an diese Kirche. Bruno und ich spazierten weiter. Eine Treppe führte uns zu einem Oval. Auf einer Tafel steht, dass das ein Auge sein soll. Wenn man eine von den Platten im Inneren berührt, gibt es einen Ton. Bruno und ich tollten ein bisschen herum, bis es plötzlich unter mir knackte. Ich stürzte in die Tiefe. Gebrochen hatte ich mir wohl nichts. Vorsichtig stand ich auf und bewegte meinen Körper. Alles noch ganz! Auf einmal knackte es wieder und der jaulende Bruno stürzte in die Höhle. Ich rannte sofort zu ihm. Auch ihm war nichts passiert. So langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit. Ich tastete mich vorwärts. Mit den Händen drückte ich gegen die Steinplatten. Doch diese bewegten sich keinen Millimeter. Ich setzte mich in eine Ecke und weinte. Bruno kam zu mir und leckte mir das Gesicht. Da musste ich kurz grinsen. Doch dann packte mich wieder die Angst. „Ach Bruno, was machen wir jetzt? Wenn wir nicht rauskommen, verdursten wir!“ Bruno bellte und rannte in eine andere Ecke. Neugierig kroch ich zu ihm und sah eine kleine Tür. „Bruno, vielleicht ist das unsere Rettung!“ Ich öffnete die Tür. Sie führte in einen langen Gang. „Komm, Bruno. Ich muss wissen, ob wir hier raus kommen.“ Nach einigen Metern teilte sich der Gang. Wir nahmen den rechten. Sackgasse! Der linke Gang aber führte zu einer zweiten Tür. Schnell drückte ich die Klinke. Doch diese Tür ließ sich nicht so leicht öffnen. In einem Abenteuerfilm habe ich gelesen, dass sich Türen öffnen lassen, wenn man einen Stein in die Wand drückt. Doch kein Stein ließ sich bewegen. Ich schaute durch das Schlüsselloch. Auf der anderen Seite steckte ein Schlüssel!!! Und auch hier half mir, dass ich so gern Abenteuerfilme sah. Ich band mein Tuch ab, steckte es durch den Türspalt. Jetzt kramte ich mein Taschenmesser heraus, drückte den Schlüssel aus dem Loch. Er fiel auf mein Tuch und ich zog es mit dem Schlüssel vorsichtig durch den Spalt, der zum Glück groß genug war. Ich schloss die Tür auf, und was sah ich da!? „Bruno, schau doch, ein Raum voller Bücher!“ Wir gingen hinein. Ganz vorsichtig schlug ich eins der Bücher auf. Ein Gebetsbuch. Alte verschnörkelte Schrift und ein Bauplan. Darunter stand: Paulinerkirche! Bruno und ich hatten vielleicht ein Geheimnis aus alten Zeiten aufgedeckt! Als ich mich setzen wollte, fiel ein Zettel aus dem Buch. Auf diesem stand: Die folgenden Zeilen führen dich zum Schlüssel, mit dem du die Platten zur Freiheit öffnen kannst. Schnell las ich die folgenden Worte: Die letzte Strahlen, die die Erde erhellen, beleuchten den Ort, an dem du suchen sollst. Was soll das heißen? Vor lauter Aufregung konnte ich nicht denken. Was könnten denn die ersten Zeilen bedeuten? Die letzten Strahlen, die die Erde erhellen? Na klar! Die letzten Sonnenstrahlen! Der Rest war mir klar. Ich schaute auf meine Uhr. In drei Stunden ist es 20 Uhr. Bald musste es dunkel werden. „Bruno, wir ruhen uns in der Zwischenzeit noch ein wenig aus.“ Bruno legte seinen Kopf auf meinen Schoß. Beinahe wäre ich eingeschlafen. Doch plötzlich war ich hellwach. Dort oben durch die Decke schien die Abendsonne in den Raum. Der Strahl beleuchtete einen kleinen Spalt in der Wand. Mutig griff ich hinein. Ich ertastete etwas Hartes und zog es heraus. Es war ein Stein. Er hatte die Form eines Sterns. Und nun? Ratlos schaute ich mich um. Ein letzter Schein durchzog den Raum. Und da erblickte ich die Platte! In ihr gab es eine Vertiefung. Ohne zu zögern legte ich den Stein hinein. Er passte! Es klickte und jetzt ließ sich die Platte ganz leicht zu Seite schieben. Überglücklich rannten wir hinaus in den Park und nach Hause. Ich beschloss, niemandem davon zu erzählen, was ich heute erlebt hatte.


 

Kreativer Beitrag zu einem Jugendbuch


Im Rahmen eines handlungs-und produktionsorientierten Literaturunterrichts setzten sich die Schüler der 8. Klassen im vergangenen Schuljahr (2012/13) nicht nur rezeptiv und analytisch-interpretierend mit Literatur auseinander, sondern waren diesbezüglich auch selbst gestaltend tätig. So beschäftigten sie sich beispielsweise über einen längeren Zeitraum mit dem Buch „Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne. Darin wird  sehr einfühlsam aus der arglosen Perspektive des neunjährigen Bruno, Sohn eines NS-Offiziers, über die schrecklichen Geschehnisse des Nazi-Regimes in Auschwitz erzählt.  Durch die Beschränkung der Geschichte auf Brunos Familie und insbesondere auf dessen Freundschaft zu Schmuel, einem gleichaltrigen jüdischen Häftlingsjungen, wurden für die Schüler die dargestellten Geschehnisse des Holocaust und der Konzentrationslager unglaublich persönlich und sehr greifbar.

Während des Lesens setzten sie sich intensiv mit Inhalt,  Aufbau und Stil des Romans  auseinander, bildeten sich ihre eigene Meinung zu den einzelnen Geschehnissen und brachten viele Ideen bei der künstlerischen Gestaltung ein. Dass  die Schüler dabei einen ganz subjektiven Zugang zum Buch fanden, zeigen die vielen unterschiedlichen künstlerischen Beiträge.

Neben Visualisierungen in Form von gemalten Bildern, angefertigten Collagen und Illustrationen zu ausgewählten Textstellen des Buches schrieben sie sehr berührende Gedichte, verfassten Rezensionen oder gestalteten Storyboards.  Es gab aber auch Schüler, die einzelne  Handlungsabschnitte des Romans in eine Theater– oder Filmszene umwandelten. Eine Schülerin schrieb sogar ein komplettes kleines Drehbuch. Auch die Möglichkeit, eine Reportage zu  bestimmten Ereignissen bzw. Figuren des Romans zu erarbeiten, wurde genutzt. Zahlreiche Schüler hielten in einem Briefwechsel (z.B. zwischen Bruno und seiner Großmutter)  fest, was dem kleinen Jungen auf dem Herzen lag und ihn sorgte, wonach er sich sehnte, was ihn verwunderte und beschäftigte. Mit großem Einfühlungsvermögen in die jeweiligen Figuren und spürbarem Streben nach Authentizität fertigten sie Tagebücher an und notierten darin Fragen, Ideen, persönliche Gedanken, Wünsche sowie Gefühle. Praktisch veranlagte Schüler hingegen nutzten für sich die Möglichkeit, im Rahmen dieser aktiven und handelnden Auseinandersetzung mit der Geschichte dieses Buches ein Modell zu bauen. Auch bei dieser Form der künstlerischen Umsetzung von Literatur zeigten die Schüler sehr viel Engagement, Kreativität und Phantasie.

So verschieden die einzelnen künstlerischen Beiträge  der Schüler zum Buch auch waren, sie alle zeigen, dass diese Art des handlungsorientierten Zugangs zur Literatur die Verschiedenheit der Schüler mit ihren jeweiligen Begabungen und Fähigkeiten  besonders berücksichtigt, da nicht nur kognitive, sondern sehr vielfältige Handlungszugänge ermöglicht werden. Das Lesen und Begreifen von Texten wird somit als ein produktives Mitgestalten verstanden. Dies geschieht, um die Motivation der Schüler zu steigern, ihr Interesse für Literatur weiter zu wecken und das Verständnis für die intensive Auseinandersetzung mit literarischen Texten auch bei leistungsschwächeren Schülern zu vertiefen.
                                C. Gemkow

Hier eine kleine Auswahl der Schülerarbeiten:

Gedicht von Nina Lili Friedrich (Klasse 8/4, Schuljahr 2012/13) Gedicht von Julia Ilona Hauck (Klasse 8/4, Schuljahr 2012/13)

Stille Gedanken

Wie Spieler und Spielfiguren.
Jeder Zug bedeutet Stille oder Tumult.
Einander ausgeliefert, gegenüber, schmerzhaft nah.

Lautlos verwandelt sich Angst in Hoffnung,
Hoffnung in Verzweiflung. Verschoben von Fremden.
Durch Eisen getrennt vom Leben.

Mit jedem Atemzug stirbt ein Stück Seele.
Vergräbt sich selbst im Dunkeln in der hintersten Ecke
Und versteht nichts von allem.

Langsam leert sich das „Spielfeld“.
Die Seiten werden gewechselt.
Der Vorhang öffnet sich zum letzten Akt.

Stille.

Ein Wort und die unsichtbare Wand wird eingerissen.
Ein einziger Zug. Entscheidend.
Denn das Wesentliche ist und bleibt unsichtbar.

Nina Lili Friedrich

Dunkler Tod

Ein allerletztes Mal erblicken meine Augen das Licht,
ein allerletzter Strahl berührt mein Gesicht.
Zugeschoben wird das Tor
Und das Schloss verriegelt.
Dunkel steigt aus den Ecken empor.
Mein Schicksal besiegelt.

Schmuels Hand in der meinen,
solang sie mir nicht entfällt
Und die meine in der seinen,
unser Mut, unser Leben nicht zerschellt.
Ich atme ein, ich atme aus.
Die Luft strömt ein, die Luft strömt aus.