Gymnasium Neue Nikolaschule Leipzig

Skilager

Skilager 2017

Pistengaudi in Südtirol

Auch dieses Jahr reisten die Neunten wieder nach Südtirol, um dort weiße Pisten an verschneiten Berghängen herabzufahren. So dachte man jedenfalls.
Als man sich Sonntag, 6.45 Uhr an der Schule traf, wurde man winterlich schon eingestimmt. Es lag Schnee, schneite dicke Flocken und manche Schüler brachten ihr Gepäck sogar auf einem Schlitten mit. Die Erwartungen an Südtirol waren dementsprechend hoch. Wir stiegen also in die zwei für uns vorhergesehenen Busse ein und fuhren los. Nicht sofort versteht sich, ein Schüler hatte die Zeit wohl ein wenig aus den Augen verloren. Auf der Busfahrt erfuhr man dann, wie das Skilager von verschiedenen Mitschülern aufgefasst wurde. Während die einen Lautsprecher, DVDs und eine riesige Menge an Chips und Süßkram mitnahmen, fürchteten andere, sämtliche Gliedmaßen wie Arme oder Beine zu verlieren.
Die Fahrt verlief ruhig, der Schnee wurde in Richtung Alpen immer mehr. Alle quatschten, es wurde zwei- dreimal Rast gemacht, die Stimmung war ausgelassen. Dann, so ab der österreichisch-italienischen Grenze, konnte man ein seltsames Phänomen entdecken: Der Schnee wurde immer weniger! Als wir dann am späten Nachmittag ankamen, war leider nicht mehr so viel von der weißen Pracht übrig, die uns anfangs noch zu erwarten schien. Doch es blieb keine Zeit für die Trauer um den nicht vorhandenen Schnee. Die Koffer wurden abgeladen und man begab sich in die Skiausleihe. Dort verlief glücklicherweise und dank einer guten Organisation alles reibungslos, sodass wir abends wieder in unsere Pension, Pension Fürstenhof, einkehren konnten. Mittlerweile hatte jeder Hunger und man nahm erwartungsvoll am Tisch Platz. Doch für sechs Personen wurde nur eine kleine Nudelplatte gereicht! Zuerst wirkte man etwas entgeistert. Dann brach eine Panik aus, es wurde um jede Nudel gestritten, man fragte verzweifelt nach Nachschlag und sich selber, wie man das die Tage über schaffen sollte. Umso größer war die Erleichterung, als wir mit dem mehrgängigen Essen der Italiener vertraut gemacht wurden. Danach, nach einer kurzen Einweisung zum Skifahren, waren wir für diesen Tag entlassen.
Am nächsten Morgen ging es dann los; nach einer Gruppeneiteilung wurden wir mit dem Bus ins Skigebiet gebracht. Wir schnappten uns die Skier und fuhren erstmal alle mit der Gondel hoch. Oben angekommen, mussten wir uns erwärmen. Die Erwärmung übernahmen die Sportstudenten, die als Skilehrer mitgekommen waren. Dabei konnte man die Kreativität bemerken, die dort hineingesteckt wurde. Wir waren beispielsweise ein Rennpferd, das sich in die Kurven legte und über Hürden sprang. Jetzt wissen wir alle, wie anstrengend es ist, ein Rennpferd zu sein, besonders eins mit Skistiefeln. Nach den Aufwärm-Übungen stiegen dann alle auf die Skier. Während die Fortgeschrittenen und die Profis bereits die Pisten unsicher machten, gingen es die Anfänger zuerst langsam an. Es wurden Kurven geübt, wie man bremst… die Grundlagen eben. Leider schien das Bremsen für eine Schülerin überbewertet, sie wurde Pistensau des Tages (eine spezielle Auszeichnung) für das Umfahren von Skilehrern in Zeitlupe. Auch für andere Anfänger war es zuerst schwierig, sich mit den langen Brettern und den klobigen Schuhen zurechtzufinden. Doch während die Ersten die Ski hinschmissen, gaben andere nicht auf. Es war, als hätte man in ihnen den Ehrgeiz geweckt und als am Ende des Tages noch niemandem ein Arm oder Bein fehlte, war das Skifahren auf einmal doch nicht mehr so schlimm. Zum Abendessen wurden dann die Auszeichnungen verteilt. Die Pistensau war hauptsächlich eine kämpferische Person, sie hatte häufig selbstzerstörerische Veranlagungen oder fuhr gern Leute um. Die Arsch-Karte hingegen war beispielsweise für Schüler vorherbestimmt, die in aller Seelenruhe noch im Bett lagen, während der Bus losfuhr. Manche beschwerten sich auch, weil der Skistiefel drückte. Keine seltene Sache, könnte manch einer sagen. Doch wenn man Skisocke, Schneefang der Skihose und Jeans im Stiefel hat, sollte man sich darüber nicht mehr wundern.
Die Tage darauf verliefen ähnlich, von Anfang an war schönes Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein. Die Anfänger machten Fortschritte, die Fortgeschrittenen wurden fortgeschrittener und die Profis bauten die Feinheiten aus. Man überlegte sich motivierende und wohlklingende Teamnamen wie „David‘s Express-Gondler“ oder „Böhmi’s kleine Penner“. Am Ende wurden für das Hinunterfahren Noten erteilt. – Uns erwarteten noch zwei zusätzliche Events, ein Schwimmbadbesuch und die Fackelwanderung. Naja, wohl eher ein Spaziergang. Grund: Die Trockenheit in den Apfelplantagen. Man bekam eine Fackel, trug sie durch das kleine Dorf Natz und kam am Schluss an einem Platz mit Musik, Tee und Glühwein heraus, wo man dann tanzen und sich bedienen konnte. Für sechs Euro konnte man am nächsten Tag das Schwimmbad mit den, laut Frau Scherman, „scharfen Badelehrern“ besuchen.
Am Donnerstag wurden wir nachts wieder zurück nach Leipzig kutschiert, begleitet von Fangesängen, einem fröhlich durchs Mikro mitsingenden Busfahrer und keinen weiteren Komplikationen.
Alles in allem war es eine schöne Abwechslung für den Sportunterricht und für manche Schüler auch eine gute Chance, das „Skifoan“ näher kennenzulernen.
Ski Heil!
Lara Pilz, Klasse 9/3