Gymnasium Neue Nikolaschule Leipzig

Aktivitäten des gesellschaftswissenschaftlichen Profils

Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution

… Wie eine Gruppe junger Leipziger der Rebellion in der DDR wagte. Am 15.11.2017 durften die 9 Klassen einer Buchlesung von Herr Wensierski über die Revolution in der DDR lauschen und einige Fragen zu diesem Thema stellen. Der Autor schrieb über eine junge Frau namens Gesine Oltmannns (die auch anwesend war) und ihren Freunden. Er berichtete über den Konflikt zwischen der Stasi und den jungen Leuten. Peter und Gesine erzählten uns von Gesine und ihre Freunde die an zahlreichen Demonstrationen teilgenommen hatten. Sie erzählte von ihren selbst organisierten Demos.
Eine war zum Dok-Filmfestival, als sie eine große Aktion mit Luftballons gestartet hatte. Sie schrieben auf viele Ballons, die unterschiedliche Farben hatten, „Sputnik“ und die Namen der verbotenen sowjetischen Filme. Sputnik war zu dieser Zeit eine verbotene Zeitschrift. Mit diesen sind sie dann zum Kino Capitol gegangen und dort standen sehr viele Menschen die sich das Dok-Filmfestival anschauen wollten. Unter diesen Zuschauern waren auch Leute und Kamerateams aus dem Westen. Gesine überlegte nicht lang und packte zusammen mit ihren Freunden die Luftballons aus und verteilte sie. Die Luftballons schwebten über den Köpfen der Menschenmenge und informierten sie auf diese Weis über die Medienzensur durch die SED-Führung. Bis die Ballons von Stasi-Beamten weggenommen und zerstört wurden. Dieser Einblick zeigte, dass es so gut wie keine Meinungsfreiheit in der DDR gab und dass solche Pläne im geheimen gehalten werden mussten.
Am Ende der Veranstaltung übergaben Till und Elisa jeweils einen Blumenstrauß und ein paar dankende Worte. Es lohnt sich das Buch zu lesen, auch weil noch nicht alle Geschichten erzählt sind und das Buch auch in Leipzig spielt und vielleicht entdeckt man ja den einen oder anderen Platz von Leipzig wieder und kann sich in die Lage von Gesine und ihren Freunden hineinversetzen. Hiermit möchten wir uns nochmal ganz herzlich bei Peter Wensierski und Gesine Oltmanns für die tolle Vorlesung bedanken.

Bericht von Paul 9/2

 

  


 

GeWi: Globalisierung:

Am 08. März 2017 besuchte das „team GLOBAL“ den GeWi-Kurs der Klassestufe 9.
Unter dem Motto: “Globalisierung - Die Welt ist das, was Du daraus machst!“ kamen drei Mitarbeiter zu uns an die Schule, um hier einen Workshop zu veranstalten.
Dieser begann mit einem Aktivierungsspiel, dem sogenannten Energizer. Sie spielten diesen mit uns, um uns besser kennen zu lernen und uns das Thema Globalisierung langsam näher zu bringen. Nach dem Spiel wurde unser Vorwissen abgefragt, indem uns Fragen, wie zum Beispiel „Was bedeutet Globalisierung?“ gestellt wurden. Unsere Antworten diskutierten wir später mit den Mitarbeitern. Nach einer kleinen Pause wurde uns Globalisierung mithilfe eines Planspiels verdeutlicht. Bei diesem gab es verschiedene Länder mit jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen. Ziel des Spiels war es, mit seinen Voraussetzungen und mithilfe anderer Länder so viel wie mögliche Spielstufen zu erreichen. Nach einer Stunde werteten wir das Spiel aus und tauschten gegenseitig unsere Erfahrungen aus, so zum Beispiel das Führen von Verhandlungen mit anderen Ländern. Zum Abschluss des Workshops teilten wir uns in verschiedene Gruppen auf, wobei jede der Gruppen einen eigenen Text bekam und herausarbeiten sollte, wie das in dem Text behandelte Thema mit der Globalisierung zusammenhängt.
Im Großen und Ganzen war der Tag aufschlussreich, da man neue Erkenntnisse gewinnen konnte.

 


Biwak der Jahrgangsstufe 8
Am 13.06.2017 starteten wir Schüler des gesellschaftwissenschaftlichen Profils gemeinsam mit Frau Weber ein Biwak. Schüler der 8/1, 8/2 und 8/3 trafen sich 10:15 Uhr zum gemeinsamen Abmarsch in der Schule und traten anschließend den Weg in Richtung Seifertshain an. Bis Mittwoch, den 14.06.2017 erlebten wir in Begleitung von Frau Weber das Leben zu Zeiten der Völkerschlacht hautnah. Im Folgenden einige Impressionen zu diesen spannenden 2 Tagen.
(zu weiteren Informationen finden Sie einen Beitrag in unserem Jahrbuch)

Tag der Abfahrt Schon geschafft? Es geht erst richtig los!
Erste Stärkung Auch beim Biwak wird gekuschelt
Italienischer Festschmaus Umbau zum Klassenzimmer im Freien
Profis am Werk Eindeutig Jungssache
So geht’s richtig!

Antreten wird zur Wissenschaft

Immerhin einer macht’s richtig

Langsam wird’s doch

Marschieren ist auch nicht so einfach! Puuhhhh…ist das anstrengend!
Willkommen zu Hause! Vorsicht! Das Feuer ist entfacht!
Schläft sich fast wie zu Hause! Zurück in die Schule!

 


 

Jugend und Politik – Geht das überhaupt?

Sehr oft hört man die Meinung, wir als Jugendliche würden uns nicht mehr für Politik interessieren, uns wäre alles egal. Aber davon spürte ich auf der 4. Internationalen Demokratiekonferenz am 25. und 26. September 2015 in Leipzig überhaupt nichts.
„Jugend und Politik im Dialog“ - war das Motto des zweitägigen buntgemischten Programms. Die Palette reichte von Workshops bis zu selbst angefertigten Präsentationen, auf denen die Ergebnisse der intensiven Debatten vorgestellt wurden.  Es gab keine Minute in der wir uns langweilten, und das muss man erst einmal schaffen, das Interesse von über 300 Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgängig zu erhalten.
Eine Vielzahl von Workshops bot die Möglichkeit, sich in politische Themen wie Umweltschutz, Jugendbeteiligung, Demokratie und Migration bzw. Asyl, aber auch Medien und Jugendbeteiligung einzubringen, zu diskutieren und  vorläufige Antworten auf die Fragen zu finden, die uns interessierten. Außer mir war unsere Schule noch durch 4 weitere Mitschülerinnen vertreten.
Ich hatte mir einen Workshop über das Flüchtlingsthema herausgesucht – und bereue nicht, daran teilgenommen zu haben. Dabei kamen mir meine relativ guten Sprachkenntnisse in Englisch zu Gute, so konnte ich mit sechs ukrainischen und drei ungarischen Jugendlichen im Workshop nahezu drei Stunden angeregt diskutieren. Es wurde immer interessanter, als sie uns ihre Meinung zu diesem Thema sagten und ehrlich gesagt:  meine fest "getackerte" Haltung wurde kräftig umgekrempelt. Wir kamen in fast schon hitzige Debatten über die Flüchtlingspolitik; schade, dass die Zeit knapp wurde, denn wir mussten auch noch an unserer Präsentation arbeiten.
Aber nicht nur die Workshops waren sehr inspirierend, auch die Vorstellung der Jugendparlamente aus der gesamten Bundesrepublik und Organisationen aus unserer Stadt, z.B. wie Amnesty International Leipzig, die Rede von Oberbürgermeister Burkhard Jung (sogar mit einem Selfie!) oder auch der Dialog mit städtischen oder Politikern aus anderen Orten, wie z.B. Jürgen Opitz, dem Bürgermeister von Heidenau über alle möglichen Themen.  Ich übertreibe nicht, diese zwei Tage hatten eine enorme Bedeutung für mich. Ich weiß nun, wie ich mich in die Politik selbst einbringen kann und habe mir endlich eine eigene Meinung zu den unterschiedlichsten Themen bilden können.
Und wir Jugendliche sind nicht uninteressiert – man muss uns nur die Möglichkeit geben, an der Politik teilzuhaben.

Anne-Sophie Scholz, Klasse 9/1


Gedanken zur Heimat

Über den Begriff 'Heimat' kann man sich ja streiten. Für jeden ist dieser ausladende Begriff etwas anderes. Vielleicht Familie, Freunde, dort, wo das Eis am besten schmeckt oder ganz einfach seine Kindheitserinnerungen.
Die Schüler des GeWi-Profils, Klasse 9, haben sich ihre ganz eigenen Gedanken zu diesem Thema in Form von Gedichten gemacht.
Hier eine Auswahl der besten Ergebnisse:

 

Heimat

Carla Fischer
Wenn ich an Heimat denke,
denke ich an Menschen,
die, die ich liebe und kenne,
Menschen die mich kennen,
mich, mein wahres Ich,
ein wahres Ich das von Menschen spricht
die als prägender Balsam, heilsam
mich trösten
Trost schenken, gleich denken, fühlen, handeln
verstanden werden
Ich denke an Orte,
die mein Leben gefangen nehmen
an Vertrautheit
und Gleichgesonnenheit
Verständnis, Vertrauen
die meine Identität bestimmen
meine Ansichten begründen
mein Ich verankern
mich verankern
auf mich verwesen
mein Ich begreifen
in ein paar Bildern
nur für mich
denn ich denke auch an Halt
an Vertrauen
das Toleranz vorschießt
und Akzeptanz einschließt
in meine Heimat

Heimat
Von Tilman Köhler
Heimat ist das, was du mir gabst als du kamst     

Das erste mal gefühlt dass ich was wert bin                 

Als du mich umarmtest

 

Heimat ist das, was du mir nahmst

Als du gingst

Ohne Worte

Einfach so

Und mich alleine ließt

Ich ohne dich

Rastlos, hoffnungslos, heimatlos

 

Heimat ist das, was ich vermiss'

Jede Sekunde

Jede Stunde

Jeden Tag

Jedes Jahr

Doch ich weiß nicht mehr wer oder wo du bist

 

Heimat ist das, was du mir gabst

Was du mir nahmst

Was ich vermiss'

Was mich zerriss'

Heimat im Herzen


Was ist meine Heimat?

Heimat ist der Ort wo ich leb',

Es ist der Ort wo ich, ich bin,

Heimat ist in meinem Herzen drin.

 

Wo ist meine Heimat?

Heimat ist der Ort wo Familie ist,

Es ist der Ort wo Freunde sind,

Heimat ist in meinem Herzen drin.

 

Was wird meine Heimat?

Heimat wird der Ort wo ich lieb',

Es wird das Ziel meiner Reise sein,

Heimat ist in meinem Herzen drin.

Von Sophie Altmann

Auf der Such nach Heimat

Sag mir, verschwenden wir Zeit?

Auf einer gebrochenen Leitung,

Wenn nur noch meine Hoffnung bleibt,

zurückzukommen.

 

Sag mir, wo ist meine Heimat?

So ganz ohne dich,

Hin- und hergerissen,

Ich bin überall, doch ich find' sie nicht.

 

Sag mir, verlierst du nicht auch manchmal deinen Weg?

Zwischen vertrauter Luft und Ferne?

Zwischen Tag und dunkelster Nacht?

Zwischen dir und mir?

 

Sag mir, warum steh' ich hier im Regen?

Rufe deinen Namen,

Kann mich kaum bewegen,

Und will nur noch weg?

 

Sei still und verstehe, dass ich dich vermisse,

weil du Heimat und Zuhause bist.

Immer wenn ich da bin,

Wobei da auch nicht hier ist,

Überall und nirgendwo.

 

Jede Nacht verliere ich dich in Tausend Gesichtern,

Auf den Straßen mit allen Lichtern,

In Bars und Kneipen,

Für immer angetrunken bleiben,

Feiern, tanzen, ablenken.

 

Doch irgendwann,

Bemerke ich voller Sorgen,

Meine Heimat, die in deinen Armen liegt,

Kann man nicht borgen.

Anne-Sophie Scholz

 

 

 

 

 

 

Heimat
von Lena Schmied

Alles hier ist unterschiedlich,

Landschaft und Himmel, alles natürlich.

Doch gibt es gewisse Grenzen,

dort ist etwas zu ergänzen,


denn hier wurde es geschaffen,

welches beschützt wird, auch mit Waffen.

Alle gehen bis aufs Äußerste

und opfern häufig das Teuerste.

Ein Leben nach dem anderen,

werden zu Gefangenen.

Sklaven ihrer Heimat,

bestraft für den Verrat,

den sie für etwas begangen haben,

zurück bleiben unzählige Narben.

Doch sie kämpften für jenes ganz Besonderes.

Durch sie wird es etwas Besseres.

Heimat, das sind wir:

Vergangenheit, Zukunft und hier!

 Rückkehrnächte

Sie hat auf einer schroffen Insel, für eine Hirtenfamilie, die sich vor Technik verhütet, Schafe gehütet. Sie war in einer quirlig-bunten Stadt Botin eines verbohrten Künstlers. Brachte verbotene Gegenstände bei ihren Botengängen. Sie tanzte auf einer hawaianischen Hochzeit, mit zuviel hochprozentigem hocheloqutem, schuhlos Hula.Sie sah den schönsten Sternehimmel ihres Lebens, nachdem sich die Wüstensonne verzog, als sie mit zugegebenermaßen zugeknöpften Händler durch ihre zugigen Weiten zog.

Doch wenn ihrem Abenteuerkarussell, das sich normalerweise dreht und dreht einmal der Saft ausgeht, sieht sie, dass sie ganz allein im Sattel steht. Ihr Herz beklagt Einsamkeit. Und es ist die Erkentnis, dass die Zeit vergeht, die sie irgendwann zur Rückkehr treibt.

Und du? Du sitzt zu Hause, auf deiner Seele lasten Sorgen. Ihre strudelbunten Urlaubskarten, in denen sie doch nur von Essen und Wetter schreibt, lassen Wochen auf sich warten und du kannst raten wie´s ihr geht. Fragst dich wie ihr noch zueinander steht und ob ihr euch vielleicht verliert.

Aber eines Abends wird es klingeln, so wie immer. Dann steht sie vor der Tür, steht vor dir.
In ihren Augen liegt ein Schimmer.
Eine stumme Bitte, die du kennst und die du siehst. Sie will, dass du ihr verzeihst.
Ihren Egoismus und, dass sie soviel reist.
Und du tust es, als sie dich in ihre arme schließt. Obwohl du, genau wie sie, weißt, dass sie nicht bleibt. Du tust es, weil du sie liebst.
Weil du mit ihr vergisst, wie sehr du sie vermisst.
Weil mit diesem Mädchen ein Gefühl zurückkehrt, das ihren Namen trägt. Du tust es, weil sie ein Teil von dir ist.


In diesen Rückkehrnächten bleibt ihr lange wach, du schenkst euch ein. Augenblicklich seid ihr wieder ehrlich vertraulich.
Sie hat Geschichten im Gepäck, in denen dein Verstand sich verliert. Und während sie, nach dem dritten Glas Wein
Auf dem Tisch, nur für dich
Ein verrückten Matrosen aus Mali imitiert, liegst du lachend am Boden.
Schließlich hängt ihr auf der Couch.
Habt euch müde getrunken,
seht die ersten Sonnenstrahlen über den grauen Horizont kriechen.


Sie lehnt an deiner Schulter, ist schon fast im Schlaf versunken, als-"Hör niemals auf so zu riechen", hat sie noch gesagt.
"Nach was riech ich denn?", hast du gefragt.
"Nach deiner komischen Teemischung- Winterwald, nach dem Waschmittel aus der lila Dose,
nach deinem Apfelshampoo,
naja, nach Heimat halt."


Nachwort der Autorin:
"Es kann sein, dass der Hörer den Text jetzt nicht kapiert. Doch das ist nicht so schlimm,
weil in jedem Kopf ein anderes Bild von Heimat existiert."
Paulette Breuhahn